Social Influencer – die (neuen) Superstars?

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Autorin: Lena Artes, Studentin im Bachelor Studiengang Media- und Kommunikationsberatung der FH St. Pölten

Schon lange werden prominente Personen in der Werbung eingesetzt. Nun wird bei Marketingstrategien immer öfter zu Social Influencern gegriffen. Man verspricht sich ein wahres Wundermittel für Unternehmen. Die Frage ist, inwiefern Influencer die Ziele der Unternehmen verwirklichen können und ob durch sie auch die richtige Zielgruppe erreicht werden kann.

Wie funktioniert Influencer Marketing?
Viele Personen fungieren als Influencer. Seien es bekannte Politiker und Politikerinnen oder Schauspieler und Schauspielerinnen. Sie alle haben Einfluss auf unser aller Leben. Durch das Social Web ist eine neue Form der Influencer aufgetaucht. Diese Social Influencer agieren vor allem auf den Plattformen YouTube, Instagram, Facebook, Twitter oder Snapchat. Mehrere hunderttausend Abonnenten sind auch bei österreichischen Influencern möglich. In folgenden Bereichen sind Social Influencer vorhanden:

Social Influencer fungieren als Meinungsmacher, indem sie gewisse Botschaften verbreiten und dadurch eine Neupositionierung am Markt erleichtern. Auch der Einstieg in den Markt kann ermöglicht werden. Als Markenbotschafter repräsentieren sie die gesamte Marke online. Durch die Reichweiten der Influencer kann die Brand-Awareness im besten Fall erhöht werden. Mit regelmäßigen Veröffentlichungen auf ihren Social Web Kanälen lassen Influencer andere daran teilhaben, welche Produkte sie momentan nutzen. Somit können diese innerhalb von kurzer Zeit komplett verkauft werden – ein Beispiel dafür ist Kylie Jenner mit dem Verkauf ihrer Lippenstifte. Auch österreichische und deutsche Influencer sind stark vertreten, so promotet Bibi ihren bilou-Duschschaum auf YouTube um ihn so bei ihrer Zielgruppe anzupreisen. Mit rund 4,3 Millionen Abonnenten hat Bibi eine hohe Reichweite. Ein einziges Video, das sich 11 Minuten lang nur um ihr neues Produkt dreht, hat auf YouTube bereits knapp 2 Millionen Klicks.

Überzeugen klassische Kanäle nicht besser?
Social Influencer werden im Idealfall so ausgewählt, dass sie gut zu den Produkten passen. Sie sollen sich selbst mit ihnen identifizieren können, um glaubwürdig zu erscheinen. Genau diese Glaubwürdigkeit ist bei Konsumenten und Konsumentinnen wichtig. Nach einer Studie von Nielsen geben 78% der Befragten aus Europa an, dass sie vor allem Empfehlungen von anderen Personen am glaubwürdigsten betrachten. Zusätzlich wären sie nicht abgeneigt, Produkte auszuprobieren, die sie empfohlen bekommen haben. Aber auch Kundenbewertungen im Internet sind mit 60% Glaubwürdigkeit stark vertreten. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass die Aussagen von realen Personen kommen.

Gerade diese Glaubwürdigkeit sorgt dafür, dass Unternehmen Social Influencer für sich sprechen lassen (wollen). Im Vorhinein sollte eine genaue Analyse der Influencer aber nicht vergessen werden, damit eine zielgruppenadäquate Ansprache durch sie garantiert ist. Verschiedene Tools können bei der Suche Hilfe leisten. Die Online-Plattformen Twingly, IceRocket und tweetreach spezialisieren sich vor allem auf Twitter. Fanpage Karma, Klout oder TapInfluence sind netzwerkübergreifende Tools. Somit kann jedes Unternehmen die passende Person für seine Kampagne finden.

Was können Influencer noch?
Social Influencer sind zusätzlich im Content Marketing tätig und ermöglichen Unternehmen, ihre zielgruppenspezifische Botschaft zu verbreiten. Damit haben Unternehmen mit Influencern als Sprachrohr ganz andere Möglichkeiten. Vor allem durch den Anstieg an Adblockern müssen die Unternehmen handeln. Wie eine Studie von Mindtake festgestellt hat, nutzen fast 50% der österreichischen Internetnutzer und Internetnutzerinnen auf mindestens einem Gerät einen Adblocker. Zukünftig ziehen 24% die Möglichkeit in Betracht einen zu installieren. Influencer bieten dagegen eine Lösung an, denn sie können ihre Abonnenten persönlich ansprechen. Somit wird der Content einer Marke verbreitet ohne auf einen Adblocker zu stoßen. Vor allem die „Millenials“ – Personen im Alter von 21-34 Jahren – können somit gut angesprochen werden. Denn sie besitzen ein großes Vertrauen in Online-Formate und haben gleichzeitig am öftesten Adblocker installiert.

Tschüss klassische Werbung und Hallo Influencer!
So leicht ist das nicht. Bei einer guten Marketingstrategie können Social Influencer miteinbezogen werden, es sollte aber keinesfalls ausschließlich auf sie gesetzt werden. Denn nach wie vor sind Content und klassische Werbemaßnahmen wichtig. Social Influencer sollen dazu passen und nicht passend gemacht werden. Während der Planung sollten sie in die bisherige Marketingstrategie miteingebunden werden. Denn sie haben nicht umsonst eine Menge an Followern generiert.

Autorinnenprofil:
Lena Artes ist Studentin im Bachelor Studiengang Media- und Kommunikationsberatung der FH St. Pölten. Studierende erhalten im Rahmen dieses Studiums eine fundierte Ausbildung im Bereich Digital Marketing und Werbung und sammeln durch die enge Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern bereits während ihrer Ausbildung wichtige Praxiserfahrung.
1 Antwort
  1. JochenV
    JochenV says:

    Auf der Suche nach einem App Entwickler habe ich mich auch mit dem Thema Influencer beschäftigen müssen oder können. Meiner Meinung kommt es hier ganz stark auf das Produkt an. Reisen z.B. lassen sich in meinen Augen nicht durch Tutorials beeinflussen. Ganz anders sieht es beim Thema Mode für Teenager aus. Hier gibt es weibliche Bloggerinnen bzw. YouTuberinnen, die wirklich Superstars sind. Was sie anziehen, wollen die Mädchen ebenfalls anziehen

    Antworten

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